Ein Jahr Sperrung der Ringbahnbrücke – Ein Jahr BI Königin-Elisabeth-Straße

Als am 19.03.2025 die Ringbahnbrücke gesperrt werden musste, brach das Chaos in unseren Kiez ein. Vor allem die Königin-Elisabeth-Straße wurde mit voller Wucht vom Ausweich- und Umleitungsverkehr der nun teilweise gesperrten A100 getroffen. Eine ganze Woche dauerte es, bis Vertreter des Senats für Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt, der DEGES und der Autobahn GmbH am 26.03.2025 eine große Pressekonferenz abhielten. Für den PKW-Verkehr war inzwischen eine Spur auf der Fahrbahn in Richtung Süden freigegeben, schwere Fahrzeuge aber müssen seitdem die Autobahn am Dreieck Funkturm verlassen und bahnen sich den Weg über Messedamm und Königin-Elisabeth-Straße, um dann am Spandauer Damm wieder auf die A100 zu fahren.

Auf der Pressekonferenz, und übrigens auch auf den Websites der DEGES und der Autobahn GmbH, hieß es zwar der LKW-Verkehr mit Zielen im Norden der Stadt solle die Stadt weiträumig, über den Berliner Ring, umfahren und dann eben von Norden in die Stadt einfahren, Maßnahmen zur Umsetzung dieses Plans wurden allerdings nie getroffen. Ein Verkehrskonzept scheint es nicht zu geben, lediglich ein paar wenige Schilder wurden aufgestellt – den Rest regeln die Navigationsgeräte der LKW-Fahrer.

So haben Senat und Co. schnell das für sie wichtige Ziel erreicht: ein einigermaßen fließender Verkehr. Die Anwohnenden spielen in den Überlegungen, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. Das konnten und wollten wir uns nicht gefallen lassen. In der Nachbarschaft formierte sich Widerstand und die Bürgerinitiative Königin-Elisabeth-Straße wurde gegründet. Und tatsächlich: einige unserer Ziele wurden erreicht.

Die Straße wurde ganztägig zur Tempo 30 Zone erklärt und es wurden insgesamt 2 neue Querungsmöglichkeiten geschaffen. Wir sind der Meinung, dass diese Maßnahmen bei erhöhtem PKW-Verkehr wichtig sind, dass aber bei dem Aufkommen an LKW, das in der Königin-Elisabeth-Straße täglich zu beobachten ist nur eine Verkehrsreduktion helfen kann.

Vorschläge gab es dazu viele: verbindliche Umleitung über die A10, Anreize über das Mautsystem oder eine Behelfsauffahrt am ICC um den Schwerlastverkehr direkt wieder auf die Autobahn zu bekommen. Umgesetzt wurde davon nichts, stattdessen gab es jede Menge unbelegte Behauptungen, warum das alles nicht geht: das sei alles Versorgungsverkehr, die Lage habe sich komplett normalisiert, an der Umfahrungsstrecke wohnt kaum jemand und so weiter.

Uns schreckt das aber nicht ab. Wir bleiben weiter laut, auch weil wir eine starke Gemeinschaft sind. Bei allem Stress hat doch die Lage die Nachbarschaft dichter zusammengebracht, wie zum Beispiel bei unserer „Laut gegen Lärm“ Demo im vergangenen Juli. Wenn ihr Lust habt dabei zu sein, schreibt uns doch einfach über das Kontaktformular.

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